News

Online-Betrug: Geld weg, was tun?

12.10.2009 | 07:50 Uhr

Jeder Fünfte wird im Laufe seines Lebens Opfer von Internet-Kriminellen. Die illegal abgebuchten Franken sind meist auf Nimmerwiedersehen verschwunden. Neue Techniken sollen das verhindern.

Sicherheitsexperte Candid Wüest: Täglich 13.000 infizierte Webseiten mehr.
vergrößern

Sicherheitsexperte Candid Wüest: Täglich 13.000 infizierte Webseiten mehr.

Internet-Kriminalität ist zu einem einträglichen Geschäft geworden, das mittlerweile höhere Profite abwirft als der Drogenhandel. "Täglich werden etwa 13.000 Webseiten neu mit Schadcode infiziert", sagt Candid Wüest, Senior Threat Researcher bei Symantec. Cyberkriminelle präparieren nicht mehr nur Internetangebote dubiosen Ursprunges, sondern auch seriöse Websites, bei denen die Surfer keinen Verdacht schöpfen. Die neueste Masche der Betrüger, so Wüest, sei die DriveBy-Infektion, bei der sich Internet-Surfer bereits durch Eintippen einer gefährlichen URL und Laden der Website bösen Schadcode einfangen. Nur welche Links sind gefährlich, welche nicht?

Kriminelle Technik: Driveby-Infektion

Kriminelle nutzen mittlerweile perfide Techniken. DriveBy-Infektion läuft vereinfacht so ab: Lädt der Browser eines unbedarften Surfers den HTML-Code einer infizierten Seite, dann könnte etwa ein illegal im Code platzierter onload-Event-Handler ein Java-Skript starten, das den TCP/IP-Kommunikationskanal auf einen fremden Server umleitet. Von dort gelangt dann der gefährliche Trojaner auf den Rechner des Surfers, ohne dass irgendjemand Verdacht schöpft.

Aktuelle Preisliste für gestohlene Kreditkarten und Identitäten.
vergrößern

Aktuelle Preisliste für gestohlene Kreditkarten und Identitäten.

Hat sich erst einmal Malware eingenistet, dann geraten mit hoher Wahrscheinlichkeit bei der nächsten Online-Überweisung geheime Passwörter und Transaktionsnummern in kriminelle Hände. Einige Trojaner gehen dabei besonders geschickt vor: Sie gaukeln Bankkunden beispielsweise eine korrekte Überweisung von 150 Franken an das Elektrizitätswerk vor, während 15.000 Franken bereits ihren Weg auf ausländischen Konten gefunden haben. Raffiniert programmierte Trojaner manipulieren dabei auch die Kontoübersicht und spielen dem Kunden eine heile Welt vor. Die getürkte Überweisung ins Ausland taucht in der Übersicht gar nicht auf. In Wirklichkeit aber wird das Bankkonto leer geräumt.

Wie schützt man sich vor Online-Betrügereien?

Gestohlene Kreditkarten zu kaufen scheint nicht besonders schwer zu sein.
vergrößern

Gestohlene Kreditkarten zu kaufen scheint nicht besonders schwer zu sein.

Wie kann man sich vor solchen Risiken schützen? Der Sicherheitsspezialist Symantec stellte in Zürich seine reputationsbasierte Technologie (Codename Quorum) vor, die Surfer vor infizierten Downloads und gefährlichen Webseiten warnt. Quorum verwendet unter anderem die Daten der mehrere zehn Millionen zählenden Watch-Mitglieder der Norton Community, um für Datei-Downloads sogenannte Reputationsprofile zu erstellen. Eine wichtige Rolle spielen dabei mithilfe von Hash-Algorithmen erstellte Prüfsummen, digitale Signaturen und die Seriosität der Website, auf der die Dateien zum Download angeboten werden. Die Technik ist allerdings nicht neu, auch Anbieter wie McAfee haben sie bereits im Einsatz.

Symantec betreibt Website-Seriositätstests jedoch im grossen Stil. "Wir laden Websites auf unsere Server, suchen sie nach Schadcode ab und erstellen dann das Reputationsprofil", sagte Stefan Wesche, Symantecs Technikexperte für Norton-Produkte, gegenüber Computerworld. Ähnlich wie beim Suchmaschinenspezialisten Google sind dafür riesige Server-Farmen notwendig, mit einem kleinen Unterschied: Google sucht nach aussagekräftigen Schlagworten, Symantec nach suspekten Code-Schnipseln.

Reputationsprofile als Gegenmittel

Weit verbreitete Malware wird rasch erkannt und durch die marktüblichen Viren-Scanner unschädlich gemacht. "Cyberkriminelle sind deshalb dann besonders erfolgreich, wenn sie eine möglichst einzigartige Malware programmieren", erklärt Wesche. Beim Kampf gegen personalisierten Schadcode in geringen Stückzahlen haben herkömmliche Viren-Scanner einen schweren Stand. Reputationsprofile sollen das ändern. Norton Internet Security 2010 und Norton AntiVirus 2010 greifen bereits darauf zurück.

Zweitrechner fürs Online-Banking

Wie kann man sich als Bankkunde sicher vor Online-Betrügereien schützen? Handelsübliche Sicherheitsnmechanismen wie einen aktualisierten Viren-Scanner und eine aktivierte FirewallLexikon beten Security-Experten seit Jahren wie ein Mantra vor sich her. Diese Software schützt auch. Reputationsprofile weiten die demilitarisierte Kampfzone ein Stück weiter aus. Auf Nummer sicher aber gehen Bankkunden, die einen Zweit-Rechner nur für Online-Banking reservieren oder ein schlankes Linix-Betriebssystem wie Knoppix oder Ubuntu von CD-ROm oder einem USB-Stick booten. Die genannten Systeme nehmen ausschliesslich Kontakt mit der Banken-Webseite auf, werden für nichts anderes eingesetzt und können sich daher gar nicht mit Crimeware infizieren. Mit einer Ausnahme: Das Internet-Portal des Bankhauses selbst ist bereits mit Schadcode verunreinigt, wie es beispielsweise der Bank of India passiert ist. In der Schweiz ist jedoch bisher ein solcher Fall noch nicht bekannt geworden.


 

anzeige


anzeige

EMC PARTNERZONE
EMC PARTNERZONE
Hier finden Sie Strategiepapiere und Informationen von EMC zum Thema Backup & Recovery...

» zur Partnerzone
SWISS-IT-INDEX
SWISS-IT-INDEX
Wie investieren Sie in Ihre Zukunft? Die grosse Umfrage. iPhone 4 zu gewinnen!

» zum Artikel
» zur Umfrage
UMFRAGE
Ist eine heimliche Sex-Affäre Grund für den Rausschmiss eines CEO?
Ja, der CEO hat eine moralische Vorbildfunktion
Ja, weil er damit dem Image der Firma schadet
Nur, wenn er dabei gegen Gesetze verstossen hat
Nur, wenn er damit in einen Interessenskonflikt gerät
Nein, alles was der Firma nützt ist gut
abstimmen
8 Windows-Tricks
8 Windows-Tricks
Richten Sie Windows so ein, dass Ihre Aufgaben im Nullkommanichts erledigt sind.

» zum Artikel
Alles nur geklaut
Alles nur geklaut
Computerworld.ch zeigt, wo Windows von Apple geklaut hat - und umgekehrt.

» zum Artikel
Beliebte iPhone-Apps
Beliebte iPhone-Apps
Hier kommt eine Auswahl der beliebtesten iPhone-Apps

» zum Artikel
Geheimes Windows 7
Geheimes Windows 7
Computerworld stellt 15 geheime Programme und Extras des neuen Betriebssystems vor.

» zum Artikel
Raffinierte Tipps
Raffinierte Tipps
Windows 7 total: Wir haben besonders raffinierte Tricks zusammengestellt...

» zum Artikel
NEWSLETTER
Abonnieren Sie jetzt!
» Infos zum Newsletter
PROMOTION


FCO2 - die kleinste Serienvideokamera der Welt.

» CHF 99.90
ICT-PRESSETICKER