Die Echtheitsprüfung Windows Genuine Advantage (WGA) erhält Gesellschaft von der Office Genuine Advantage (OGA). Mit den Prüfprogrammen will Microsoft künftig nicht nur das Betriebssystem, sondern auch die Office-Produkte verifizieren. Über die Gründe für das Aufschalten der OGA-Prüfung sprach Computerworld mit Elke Schäfer, Anti Piracy Manager bei Microsoft Schweiz.
Computerworld: Wie hoch ist der Anteil an Raubkopien in der Schweiz und in einheimischen Unternehmen?
Elke Schäfer: Das Analystenhaus IDC ermittelte in 2008 eine Piraterierate von 25 Prozent für die Schweizer Software-Branche. Damit gehört die Schweiz im weltweiten Vergleich zu den Ländern mit der niedrigsten Pirateriequote. Während uns die genaue Zahl illegaler Office-Kopien ist nicht bekannt ist, soll OGA uns helfen, die Pirateriezahlen für Office im Konsumentenumfeld besser zu bestimmen.
Computerworld: Mit OGA geht Microsoft gegen Raubkopien vor. Was unterscheidet OGA von der bisherigen Prüfpraxis?
Schäfer: OGA ist eine freiwillige Prüfung der Echtheit von installierter Software. Geprüft wird im Rahmen von regulären Updates. Findet das OGA-Programm ein möglicherweise illegal kopiertes Office-Produkt, wird der Anwender durch eine Desktop-Benachrichtigung informiert. Gleichzeitig wird er hingewiesen, wie er Original-Software erwerben kann. Die OGA-Benachrichtigung hat aber keinen Einfluss auf die Verwendbarkeit der genutzten Office-Software.
Computerworld: Für welche Office-Versionen ist OGA erforderlich? Wird Office 2010 standardmässig mit OGA ausgeliefert?
Schäfer: OGA wird eingesetzt für die Office-Pakete XP, 2003 und 2007 sowie die Einzelprogramme Word, Excel und PowerPoint. Für Office 2010 ist ebenfalls die OGA-Prüfung vorgesehen, eine standardmässige Auslieferung ist zurzeit aber nicht geplant.
Computerworld: Die WGA-Prüfung ist häufig bei Downloads erforderlich, die attraktive Zusatzfunktionen mitbringen, etwa eine Fotobearbeitungs-Software. Hingegen erfordern Sicherheitsupdates kein WGA. Wird das bei OGA auch so sein? Welche Zusatzdienste plant Microsoft für Office?
Schäfer: Für OGA sind zurzeit keine Zusatzdienste geplant. Sicherheitsupdates erhalten Kunden aber auch weiterhin ohne vorherige Echtheitsprüfung.
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