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Computerworld 04/2010
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Geld für File-Sharer

02.07.2009 | 09:50 Uhr

Not macht erfinderisch: Die Betreiber der Website The Pirate Bay planen ein neues Geschäftsmodell, bei dem angeblich alle Beteiligten profitieren. So sollen jene, die Dateien zum Download anbieten, hierfür bezahlt werden.


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idg

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Die neuen Besitzer der Torrent-Webseite The Pirate Bay planen, die User der Filesharing-Plattform künftig für den Datentausch zu bezahlen. Das hat der Vorstandsvorsitzende des Eigentümers "Global Gaming Factory" (GGF), Hans Pandeya, in einem Gespräch mit der "BBC" angekündigt. Dabei sollen die Rechteinhaber, die das Tauschmaterial zur Verfügung stellen ebenso wie die User, die es verteilen, bezahlt werden. Das nötige Geld sollen die Internetprovider beisteuern.

Während illegale Tauschbörsen keine Kosten nach sich ziehen, kosten legale Alternativen Geld. Die User zu bezahlen ist eine Möglichkeit, legale Services für die Benutzer attraktiver zu machen. GGF plant, mittels der an das Peer-To-Peer-Netz (P2P) angeschlossenen Computer die Serverlast der Provider zu verringern, erklärt Pandeya sein Modell. Derzeit werden mehr als fünfzig Prozent des Internet-Traffics durch Filesharer verursacht, GGF will dieses Potenzial für ein neues Vertriebsmodell nutzen. "Die Rechteinhaber werden entlohnt, die User bekommen nach wie vor ihre Daten, die Provider haben keine Million Menschen, die alle auf die selbe Datei zugreifen. Und für die Benutzer, welche die Daten zur Verfügung stellen gibt es eine Bezahlung", so Pandeya. Mit der Entlastung der Provider durch das Pirate-Bay-Netz könne man, so Pandeya weiter, die sonst durch Überlastung entstehenden Kosten um neunzig Prozent verringern.

"Das Modell, das da vorgeschlagen wird, ähnelt einer Kulturflatrate", sagt Roland Alton-Scheidl, Gesellschafter bei Creative CommonsLexikon. "Dieses Modell wird schon länger heiss diskutiert. Es würde darauf hinauslaufen, dass die Provider die Content-Industrie mit einer fixen Abgabe entlohnen und die User im Gegenzug urheberrechtlich geschütztes Material herunterladen dürfen", weiss Alton-Scheidl. Der Betrag, der von den Providern an die Rechteinhaber - im konkreten Fall an die Pirate-Bay-Besitzer und anschliessend an die Rechteinhaber und die User - gezahlt wird, würde dann vermutlich durch eine Erhöhung der Internettarife ausgeglichen, so der Branchenkenner.

Neben der Internetbandbreite der Benutzer will GGF künftig auch den Speicherplatz und die Rechenleistung der P2P-Gemeinde nutzbar machen. So soll mithilfe der Rechenleistung und der Speicherkapazität der User ein Cluster entstehen. Dieses Projekt steckt jedoch noch in den Kinderschuhen, derzeit sei man noch in der Planungsphase, so Pandeya. Das Filesharing-Portal Pirate Bay wurde kürzlich von Global Gaming Factory gekauft und wird im August an die neuen Besitzer übergeben. Zuvor sorgte die Webseite durch einen Prozess wegen Verstössen gegen das Urheberrecht, in dem die Betreiber zu hohen Geldstrafen verurteilt wurden, für Aufsehen. Die Betreiber legten Berufung ein.


 

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