Das Open-Source-Lizenzmodell biete Unternehmen handfeste Vorteile, führt Ingres-CEO Roger Burkhardt im Exklusiv-Gespräch mit Computerworld aus. Dazu zählen grössere Freiheiten im Vergleich mit den starren, klassischen Lizenzmodellen, eine schnellere Innovationsrate und ein günstigeres Preis-Leistungsverhältniss. In der Schweiz setzen unter anderem das Kanton Vaud, die BBP AG in Baden, Basis06 und Kehl Informatik Open-Source-Lösungen von Ingres ein. In den europäischen Nachbarländern haben sich die deutsche Lufthansa und die französische SNCF für die Ingres-Datenbank entschieden.
Den Open-Source-Marktanteil an Server-Software schätzt Bertram Mandel, Geschäftsführer von Ingres Deutschland, auf etwa 20 Prozent. "Das ist ein klarer Trend", betont Mandel. Deshalb hat sich das Unternehmen vor zweieinhalb Jahren entschlossen, sein relationales Datenbank-Managementsystem als Open-Source anzubieten. Die Software selbst kostet nichts. Unternehmen bezahlen für den Support und das Training der Mitarbeiter. Ingres bietet damit eine klare Alternative zum klassischen Lizenz-Portfolio etwa von Konkurrent und Platzhirsch Oracle, was auch ein Grund für den radikalen Kurswechsel gewesen sein mag.
Investitionssicherheit bei Open Source
"Hinter Ingres-Open-Source steht ein seriöses Unternehmen mit jahrzehntelanger Expertise im Datenbanksektor", betont CEO Burkhardt. Kunden erhalten den Support, den sie sich wünschen, und sichern dadurch ihre Investitionen. Der Premium-Support etwa beinhaltet typische Lifecycle-Management-Dienstleistungen wie Change Management, funktionale Tests und Performance-Optimierung. Premium-Unterstützung für die Ingres-Kerndatenbank kostet über den Daumen gepeilt 6000 US-Dollar pro CPU. First-Class-Support für die Business-Intelligence-Suite von Ingres und JasperSoft schlägt jährlich mit etwa 35000 US-Dollar zu Buche. "Damit liegen wir deutlich unter den Preisen der Konkurrenz, die nach wie vor ein starres Lizenzmodell favorisieren", sagt Geschäftsführer Mandel. Die Wahlfreiheit der Kunden tendiere dabei gegen Null, meint Mandel. Er kaufe entweder Alles oder Nichts.

