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Daten unter Kontrolle

02.03.2006 | 17:35 Uhr

Das in Harvard konzipierte «Higgins»-Projekt soll den Datenschutz verbessern.

Die Idee kommt aus der Harvard Law School, und nun stellen sich auch IBM und Novell hinter «Higgins». Das Projekt, das von der Open-Source-Organisation EclipseLexikon Foundation geleitet wird, zielt darauf ab, den Websurfern Kontrolle über ihre eigenen Daten zu geben, die im Cyberspace über sie abrufbar sind. Damit würde die Idee des Datenschutzes gestärkt – dass nämlich der Dateneigner die Verfügungsgewalt über die ihn betreffenden Informationen selbst hat, nicht aber Dritte, etwa Unternehmen. Dank Higgins könnte der Surfer selbst Regeln definieren, welche seiner persönlichen Daten beispielsweise für eine Versicherung oder Bank einzusehen wären. Zudem könnte das System die zahlreichen Login-Namen und Passwörter rationalisieren, mit denen jeder Surfer für verschiedene internetbasierte Dienste – wie Webshopping, Online-Banking, E-Mail – hantieren muss. Der Higgins-Code wird Linux, Windows und weitere Betriebssysteme unterstützen. Auf seiner Basis könnten Open-Source-Programmierer spezifische Clients entwickeln, die ein entsprechendes Identity-Management umsetzen lassen. Die Initianten hoffen nun, dass möglichst viele Webentwickler die Idee aufgreifen und in ihre Sites Higgins-kompatible Schnittstellen integrieren. Das sei auch eine der grössten Hürden für Higgins, meinen Branchenkenner. «Technisch ist so etwas ohne weiteres machbar. Aber man muss die Entwickler und die User für die Idee gewinnen», gibt Mike Neuenschwander von der Beraterfirma Burton Group zu bedenken. Eine weitere Schwierigkeit sind die von Land zu Land unterschiedlichen Gesetzesvorschriften, die beim Umgang mit Identitätsdaten und -management zwingend zu beachten sind. Nichtsdestotrotz soll der Higgins-Code noch vor Jahresende ausgeliefert werden. IBM will ihn gar in ihrer Tivoli-Managementsoftware integrieren. Higgins tritt dann auch gegen Microsofts Konkurrenzvorschlag «Infocard» an. Dahinter steckt allerdings eine proprietäre ID-Managementtechnik. Sie soll mit Vista ausgeliefert werden.

Dieser Artikel stammt aus der Ausgabe Computerworld 09/2006. Ausgabe bestellen

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