Seit 1949 ermöglichen die SOS-Kinderdörfer elternlosen Kindern das Aufwachsen in einem familienähnlichen Umfeld. Mittlerweile ist daraus eine weltumspannende, soziale Organisation geworden: In fast 500 Kinderdörfern werden verwaiste, vernachlässigte oder bedürftige Kinder betreut. Zugleich hat sich das Aufgabenfeld erweitert, so gibt es mittlerweile SOS-Kindergärten, Schulen, Jugendeinrichtungen, Ausbildungs- und Sozialzentren und medizinische Krankenstationen, Nothilfeprojekte und die SOS-Familienhilfe.
Da sich die SOS-Kinderdörfer im Wesentlichen selbst finanzieren – sei es durch Spenden oder SOS-Patenschaften – zählt das Fundraising zu den wichtigen Aufgaben. Weil dies eine äusserst komplexe und aufwendige Thematik ist, gehören die SOS-Kinderdörfer zu den Pionieren der ICT: Bereits Anfang der 1960er-Jahre wurde in Tirol einer der ersten grossen Computer ausserhalb des Bankensektors betrieben, um Tausende von Spendern zu verwalten.
Für international eingesetzte IT-Anwendungen ist heute hauptsächlich SOS-Kinderdorf International, die Dachorganisation der SOS-Kinderdörfer mit Sitz in Innsbruck und Wien, zuständig. Sie betreut eine Reihe von Applikationen zur Unterstützung der Bereiche Finanz- und Baucontrolling, Kinderbetreuung, Patenverwaltung, interne Kommunikation, Human Resources und Mittelbeschaffung im Internet.
Hoher Kommunikationsbedarf
Für die Weiterentwicklung und Pflege der international eingesetzten Software-Lösungen muss sich die IT-Abteilung der Dachorganisation mit den regionalen SOS-Organisationen in aller Welt abstimmen. So beispielsweise beim Roll-out des Internetauftritts von zwölf europäischen Ländern oder bei der Weiterentwicklung der in 105 Ländern verwendeten Patenschafts-Software.
Die dafür notwendigen Konzeptionsprozesse sowie die Einführung, Schulung und Weiterentwicklung der Applikationen erzeugt einen hohen Kommunikationsbedarf. «Bei unserer sehr weit verzweigten Organisation, die sich über fünf Kontinente erstreckt, können wir uns aber nicht einfach kurzfristig zusammensetzen, um drängende Fragen zu diskutieren», erklärt Thomas Rubatscher, International
Director Information and Communication Technology bei der Dachorganisation in Innsbruck. «Das muss man zwar einmal im Jahr machen, um persönliche Kontakte aufzubauen oder zu festigen, aber für blosse Arbeitssitzungen sind aus Zeit- und Kostengründen andere Lösungen erforderlich.»
Live-Bilder per WebCam
Daher wurden 2005 von der IT der Organisation auf regionaler Ebene die ersten Onlinemeetings mit Cisco WebEx durchgeführt. Dabei werden die Arbeitsplätze durch die Cisco-WebEx-Plattform via Internet so verbunden, dass die Teilnehmer gemeinsam an Dokumenten, Präsentationen und Kalkulationen arbeiten können. Kommuniziert wird parallel über das klassische Telefonnetz oder alternativ via Internettelefonie. Optional lassen sich Live-Bilder per Webcam einbinden. Webkonferenzen haben der internen Kommunikation bei SOS-Kinderdorf einen riesigen Schub versetzt. Denn damit lassen sich auch kurzfristig Meetings einberufen, die man ansonsten aus Kosten- oder Zeitgründen abgesagt hätte.
Gerade für interkontinentale IT-Projekte der SOS-Kinderdörfer hat sich die Cisco-WebEx-Lösung bewährt. «Im Grunde müssten wir uns alle drei bis vier Wochen mit Kollegen aus La Paz, Neu Delhi, Dakar und Tallin zusammensetzen, was angesichts der Kosten und des zeitlichen Aufwands für Geschäftsreisen einfach nicht machbar wäre – erst recht nicht in der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise», führt Rubatscher aus. Nach seiner Erfahrung lassen sich aber sehr viele Geschäftsreisen problemlos durch virtuelle Meetings ersetzen. «Für uns heisst es heute im Normalfall: Cisco-WebEx-Meeting statt Fliegen», so Rubatscher weiter. Lediglich Treffen mit grundsätzlichem Charakter wie Kick-off-Meetings erfordern eine echte physische Präsenz.
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