Warum meiden Frauen die IT-Branche?
Beate Willauer ist sich sicher: «Frauen lassen sich offenbar abschrecken und trauen sich selbst zu wenig.» Zusätzlich trage der gesellschaftliche Konservatismus der Schweiz mit dazu bei, dass Frauen wohl eher die Flucht ergreifen, wenn es um Technik geht. «Die Vielfalt der IT-Berufe wird den jungen Frauen in den Schulen und Ausbildungsstätten zu wenig erläutert», ist Beate Willauer überzeugt.
Diese Meinung teilt auch Frau Seeburger: «Frauen haben meist keine klare Vorstellung von den verschiedenen Berufsbildern in der Informatikbranche und selten die Möglichkeit, Einblick in die Arbeitswelt zu erhalten. Meistens setzen Praktikumsstellen bereits technische Kenntnisse voraus. Auch das schreckt ab.»
Maria Rein von Credit Suisse wünscht sich mehr Frauen als Ansporn, die Erfolg in der Informatik vorzeigen. Hier schliesst sich der Kreis. Denn angesichts einer niedrigen Quote ist es sehr schwierig, entsprechende Damen zu finden. Die Credit Suisse scheint diesbezüglich kein Problem zu haben. Dort ist der Frauenanteil nämlich nicht nur konstant – er nimmt sogar kontinuierlich zu. Mittlerweile ist die Damenwelt auf allen Führungsebenen vertreten.
Von Frau zu Frau
Was raten die vier IT-Karrieredamen ihren weiblichen Kolleginnen, die möglicherweise auch in ihre Fussstapfen treten wollen? Beate Willauer: «Frauen müssen lernen, sich selbst im Karrierekarussell ihrer Unternehmen zu positionieren. Die Damen sind eher zurückhaltend und reagieren mehr auf Karriereoptionen als selbst aktiv zu werden». Auch wäre es lohnend, die «sichere Ecke zu verlassen, um fremdes Gebiet zu entdecken». Die eine oder andere würde länger in der IT-Welt bleiben, als sie anfangs vielleicht zu denken wagte. Teamplayer sind zwar gerne gesehen, aber es brauche auch Mitarbeiter, die Verantwortung übernehmen können und wollen. Alice Seeburger von Zurich Schweiz kombiniert Kompetenz mit Hartnäckigkeit und Überzeugungskraft. Gleiches zu tun, rät Sie Frauen, die an die IT-Spitze wollen.
Die Tipps von Hauke Stars konzentrieren sich mehr auf die Ausbildung. Diese sollte auf höchstem Niveau – sprich überdurchschnittlich – sein. Die eigene Karriere sollte mit viel Selbstvertrauen und Mut zur Herausforderung forciert werden. Als dritten Punkt nennt Stars das soziale Netzwerk, das sowohl innerhalb als auch abseits des Unternehmens aufgebaut und gepflegt werden muss. Maria Rein empfiehlt, mit entsprechenden Damen, die bereits erfolgreich in der IT-Welt unterwegs sind, Kontakt aufzunehmen, um an wichtige Informationen zu kommen.
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