Die IT-Branche leidet generell an einem Mangel an Fachkräften – ob männlich oder weiblich. Während es im Jahr 2001 noch mehr als 1590 Studenten waren, die ein (Wirtschafts-) Informatikstudium begonnen haben, so waren es im Jahr 2006 beispielsweise nur noch knapp 800. Dafür soll es mehrere Gründe geben: Das Platzen der Dotcomblase habe viele verschreckt. Auch laste den IT-Kräften ein schlechtes Image an. Sie seien männlich, technikfixiert, autistisch und aus sozialer Sicht nicht leicht «kompatibel» mit anderen Mitarbeitern. Eltern würden ihren Kindern daher häufig zu einem besseren Job raten und sie dahingehend lenken.
Klingt nach Frauen-Power
Dabei sind IT-Fachkräfte gefragter denn je. Die Saläre befinden sich im Aufwind und Unternehmen fördern den Nachwuchs wie nie zuvor. Wenig Konkurrenz ermöglicht zudem einen schnelleren Weg in die Führungsetage. Auch könnte man bei neuen Anforderungen zusätzlich punkten: Teamgeist, Kommunikationsfähigkeit, Kreativität und Intuition lauten die gewünschten Skills. Diese Fähigkeiten müssten eigentlich die weibliche IT-Macht auf den Plan rufen. 12 Prozent beträgt die durchschnittliche Frauen-quote über alle Alters- und Kompetenzstufen. Tendenz steigend, da der Frauen-anteil im Altersbereich bis 25 Jahre doch hoffnungsvolle 17 Prozent ausmacht. Wo also sind die IT-Damen?
Computerworld hat vier hoch qualifizierte IT-Damen gebeten, Einblick in ihr berufliches Umfeld zu geben: Hauke Stars, Country General Manager und Country Manager Technology Solutions Group bei Hewlett-Packard Schweiz, Alice Seeburger-Vetterli, Teamleiterin Operations Management bei Zurich Schweiz, Beate Willauer, Senior Engagement Manager bei Adobe Systems GmbH Schweiz und Maria Rein, IT Risk -Officer bei Credit Suisse.
«Man kann nicht davon sprechen, dass die Frauenquote sinkt», stellt Hauke Stars fest, «denn im Grunde bleibt der Anteil an Frauen in der IT-Branche konstant niedrig. Dennoch schenkt sich die Damenwelt nichts. Alle vier Befragten sind der Meinung, dass es längst nicht reicht «nur» eine Frau zu sein. Keine der IT-Führungskräfte würde deshalb bei Rekrutierungen Damen bevorzugen, obwohl sich alle über mehr weibliche Unterstützung freuen würden. Auch in den obersten Etagen wären Frauen zweifellos ein Gewinn für jedes Unternehmen.
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