Computerworld: Herr Kosel, wie wird sich der IT-Arbeitsmarkt 2008 wandeln?

Peter Kosel: Der Bedarf an externen Spezialisten wird weiter wachsen. Aktuell sind in der Schweiz etwa 12000 bis 15000 Stellen für IT-Spezialisten unbesetzt. Den betroffenen Unternehmen bleibt nichts anderes übrig, als sich externe Projektunterstützung ins Haus zu holen. Generell wird – gerade im Zuge der Globalisierung – die Nachfrage nach flexibel einsetzbaren Arbeitskräften mit Expertenwissen weiter steigen.
Wie präsentiert sich der Schweizer Markt für die Vermittlung von Zeit-Fachkräften?
Dieses Jahr haben wir rund 400 Positionen mit Spezialisten in der Schweiz besetzt. 2008 werden es 550 sein. Weltweit wurden 2006 rund 245000 Temporärstellen vermittelt – 2004 waren es nur 43000. Die Lohnsumme temporärer Arbeitskräfte stieg von rund 3 Milliarden im Jahr 2006 auf rund 4,5 Milliarden Franken in diesem Jahr.
Damit wird deutlich: Überall auf der Welt wird stärker projektbezogen gearbeitet – und die Schweiz macht da keine Ausnahme. Weil die Personalrekrutierung nicht zum Tagesgeschäft gehört und für die Unternehmen enormen Aufwand bedeutet, wird die Auslagerung der kompletten Rekrutierung an Personaldienstleister zweifellos zunehmen.
Der Arbeitsmarkt ist ausgetrocknet. Woher nehmen Sie da die potenziellen Mitarbeiter?
Einerseits werden von unseren Experten interessierte neue Kandidaten weiterempfohlen. Andererseits können wir auf bestehende Netzwerke zurückgreifen. Wir sind an Fachmessen vertreten, und unsere Website ist mittlerweile ein bekanntes Jobportal. Wir rekrutieren bereits, bevor der Kunde bei uns Spezialisten nachfragt. So können wir bei Bedarf rasch reagieren. Dabei stammt ein grosser Teil unserer Kandidaten aus dem deutschsprachigen Raum.
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