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Computerworld 13/2010
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Die Karten neu gemischt

03.09.2007 | 08:52 Uhr

Xen bleibt Open Source

Erfreuliche Zukunftsprognose: Laut IDC wird der Virtualisierungsmarkt in den nächsten Jahren durchschnittlich um 25 Prozent jährlich wachsen.
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Erfreuliche Zukunftsprognose: Laut IDC wird der Virtualisierungsmarkt in den nächsten Jahren durchschnittlich um 25 Prozent jährlich wachsen.

An diesem Angebotsspektrum soll die Übernahme nach Angaben von Citrix vorerst nichts ändern. Auch die Entwicklung der Xen-Engine, des Kerns der verschiedenen Ausgaben, soll ein Open-Source-ProjektLexikon bleiben. Dieses wird geleitet vom Xensource-Mitbegründer Ian Pratt. Es soll nach Citrix-Ausführungen «weiterhin transparent, fair und herstellerneutral arbeiten». Die Übernahme von Xensource führte zu keiner Aufregung in der Open-Source-Gemeinde. Der Grund besteht darin, dass Xen kein breites Community-Projekt ist, sondern der Hypervisor-Virtualisierungskern unter klarer Leitung von Xensource im Wesentlichen von Intel, IBM, Hewlett-Packard, Novell und AMD entwickelt wird. Ihnen musste Citrix vor dem Xensource-Kauf versprechen, dass die Xen-Entwicklung unabhängig bleibt.

Bisher hat Citrix nicht genauer ausgeführt, wie es die Xensource-Produkte in das eigene Portfolio eingliedern will. Es hiess lediglich, man wolle Xen Enterprise 4 mit der eigenen Desktop-Provisioning-Lösung «Citrix Desktop Server» kombinieren. Ausserdem liesse sich Xen Enterprise um die Citrix-Lösungen «Edgesight» (für das Monitoring), «Access Gateway» (Zugangskontrolle) und «WANscaler» (zur Integration von Niederlassungen) erweitern.

Mit der Xensource-Übernahme positioniert sich Citrix frontal gegen Vmware. Dieser Pionier für x86-Virtualisierung war schon der Hauptkonkurrent von Xensource. Das hatte Xensource-Mitgründer und -CTO Simon Crosby anlässlich der Vorstellung der Versionen 4 von Xen Enterprise und Server noch einmal betont: «Schlag für Schlag verbessern wir unsere Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Vmware.»

Umgekehrt hatte sich Vmware Anfang Juni direkt gegen Citrix in Position gebracht: Das Unternehmen kaufte für 25 Millionen Dollar das britische Softwarehaus Propero. Dessen «Connection Broker» organisieren, welche virtuellen Desktops den jeweiligen Anwendern vom Server zur Verfügung gestellt werden. Seither ist klar, dass Vmware sich keineswegs auf Server-Virtualisierung beschränken und das Hype-Thema der Desktop-Virtualisierung nicht dem Platzhirsch Citrix überlassen will. Auch wenn sich beide Anbieterinnen nach aussen, beispielsweise durch Auftritte bei den Veranstaltungen des Wettbewerbers, noch als Partner geben, ist intern doch von einer klaren Frontstellung die Rede.

Wie reagiert Microsoft?

Der dritte mächtige Player im Virtualisierungstheater ist Mi-crosoft. Sowohl Vmware als auch Citrix und Xensource haben zum Softwaremulti aus Redmond ausgesprochen innige Beziehungen. Alle Parteien betonen, diese erhalten und sogar ausbauen zu wollen. Xensource hat im Juli 2006 ein Abkommen mit Microsoft geschlossen. Dabei geht es nicht nur um Inter-operabilität zwischen Xen -Enterprise und Microsofts künftigem Virtualisierungs-Hypervisor «Viridian»: Mittels Xen Enterprise sollen auf einer virtualisierten Betriebssystem-Umgebung von Windows Server 2008 auch virtuelle Maschinen mit Linux und umgekehrt laufen können. Bis dahin soll nach den derzeitigen Entwicklungsplänen von Xensource und Mi-crosoft allerdings noch etwa ein Jahr vergehen. In der Zwischenzeit könnte sich aber der Gigant aus Redmond veranlasst sehen, selbst mit Übernahmen aktiv zu werden, bevor Citrix und Vmware die eigenen Ambitionen im Virtualisierungsmarkt behindern.

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