Die Informatik wurde hierzu zunächst aus den einzelnen Geschäftseinheiten herausgelöst und in einer separaten «Group IT» zusammengefasst. Dann wurden die sechs grossen Rechenzentren und über ein Dutzend Serverfarmen, welche die Zurich in den verschiedenen Ländern unterhielt, konsolidiert. Heute werden nur noch zwei grosse Rechenzentren betrieben – je eines in der Schweiz und in Los Angeles.
Der Umbau
Die gesamte Technik – Grossrechner, Server und Datenspeichersysteme – wurde erneuert und standardisiert. Aktuell kommt bei der Datenspeicherung praktisch ausschliesslich EMC zum Einsatz. Mit IBM wurde zudem der Bereich «Managed Desktop» vereinheitlicht und eine international identische Infrastruktur aufgebaut.
Mit der einst stark lokal ausgerichteten IT konnte das globale Geschäftsmodell der Zurich nicht wirksam unterstützt werden. So waren etwa 4500 Applikationen im Einsatz. Eine Analyse zeigte, dass ein grosser Teil des IT-Budgets in die Systemwartung floss, erklärt Paravicini. Um auch die Anwendungslandschaft so weit als möglich zu bereinigen, habe man daher verschiedene Outsourcing-Modelle geprüft und eine klare Strategie definiert.
Die Vorgaben
«Dass nur eine Auslagerung der Applikationsentwicklung die gewünschte Flexibilität und Produktivität ermöglichen würde, stand nach der Analyse ausser Frage», sagt er. Wichtig sei dabei gewesen, dass bei traditionellen Outsourcing-Projekten zwar oft nur rund drei Prozent der IT im Unternehmen bleiben, die Zurich aber alle strategisch wichtigen Aufgaben im Haus behalten wollte: «Einen Verlust von Know-how sowie von Steuerungsmöglichkeiten wollten wir vermeiden».
Das Outsourcing belief sich schliesslich auf rund 1,3 Milliarden Dollar bei einer Laufzeit von sieben Jahren. Innerhalb von vier Monaten nach der Vertragsunterzeichnung transferierte die Zurich rund 1600 Softwareentwickler in den USA, Grossbritannien und der Schweiz an die Outsourcerin CSC. Business-Analysten, Systemarchitekten, Programmmanager und andere Stellen, die für die Steuerung und Unterstützung des Geschäfts wesentlich sind – insgesamt rund 30 Prozent des IT-Personals – verblieben bei der Zurich.
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