Hardware

Klimaschutz im Service-Center

05.12.2007 | 08:11 Uhr

Mit besserer Planung der Vor-Ort-Einsätze, Ferndiagnose und Remote-Wartungstools sowie einem eigenen Car-Sharing-Netz spart der Servicebereich von IBM jährlich 70000 Liter fossile Brennstoffe.

Matthias Täubert

Matthias Täubert ist Leiter Wartung & Technische Unterstützungsleistungen bei IBM Schweiz.

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Beim Schlagwort «Green IT» denkt jeder zuerst an Energie-effizientere Rechenzentren mit Stromspar-Servern. Doch Umweltschutz in der IT-Branche ist viel mehr. Er betrifft alle Aspekte der Informatik, beispielsweise auch den Customer Service.

Gerade beim 24-Stunden-vor-Ort-Service können – gute Planung und moderne Hard- und Software vorausgesetzt – viele unnötige Fahrten vermieden werden. Das Sparpotenzial ist riesig. Denn es wird nicht nur der Treibstoffverbrauch und damit auch der CO2-Ausstoss der Flotte gesenkt, sondern auch deren Verschleiss gemindert. Zudem sitzen die Servicetechniker weniger oft hinterm Steuer, gewinnen also Zeit für produktive Arbeiten.

70000 Liter Sprit sparen

Wie sehr sich der Aufwand für die Optimierung des Service-Bereichs lohnt, hat IBM Schweiz ausgerechnet. Seit Umsetzung gezielter Optimierungsmassnahmen (siehe Box «Checkliste») spulen die Schweizer IBM-Service-Mitarbeiter bei ihren rund 78000 Einsätzen im Jahr rund 860000 Auto-Kilometer weniger ab. Dies entspricht einer jährlichen Ersparnis von etwa 70000 Litern Treibstoff im Wert von rund 120000 Franken. Rechnet man mit Betriebskosten der Fahrzeuge von 65 Rappen pro Kilometer (inklusive Verschleiss, Wartung und Reparatur), kommt man sogar auf eine Ersparnis von fast 560000 Franken. Zugleich sinkt der jährliche CO2-Ausstoss der IBM-Flotte um ungefähr167200 Tonnen (siehe Box «Wieviel CO2 stösst mein Auto aus?»).

Erreicht hat IBM diese Einsparungen durch gezielte Optimierung aller Aspekte der Service-Dienste. Zentrale Bedeutung hatten dabei die Verbesserung der Einsatzplanung und das Vermeiden unnötiger Fahrten. Beides unter der Prämisse, dass die Kundenbedürfnisse bei der Planung berücksichtigt werden, genügend Flexibilität für unvorhergesehene Situationen erhalten bleibt und auch etwaige Auftragsspitzen abgedeckt werden können.

Lernen kann die diesbezüglich noch relativ unerfahrene IT-Branche von den Logistikunternehmen. Bei diesen ist es seit langem üblich, alle Vor-Ort-Einsätze im Vorfeld sauber durchzuplanen. Software-lösungen helfen dabei, für jedes Einsatzfahrzeug die optimale Fahrtroute für den kommenden Tag zu berechnen und auszugeben. Die Erfahrung bei IBM zeigt, dass alleine durch diese in der Umsetzung relativ simple Massnahme rund 15 Prozent der gefahrenen Kilometer pro Jahr eingespart werden können.

Zudem stellen Firmen für spontane Einsätze von Mitarbeitern immer besser ausgebaute Car-Sharing-Netze zur Verfügung. IBM Schweiz setzt dabei im Grossraum Zürich auf sparsame, umweltfreundliche Hybrid-Fahrzeuge, welche über ein internes Reservationssystem gebucht werden können.

Klimaschutz durch Ferndiagnose

Fernab der Strasse birgt aber auch die eigene Produktpalette reichlich Potenzial für mehr Umweltschutz. Denn IT-Services betreffen sehr häufig Wartungs- und Reparaturarbeiten von Hardwareprodukten. Viele Hersteller haben in jüngster Vergangenheit die Service-Freundlichkeit ihrer Produkte gesteigert, unter anderem auch durch verbesserte Möglichkeiten für Fernwartung und Ferndiagnose. Damit lassen sich viele Service-Einsätze vor Ort beim Kunden von vornherein vermeiden.

Bei IBM wurden auch in diesem Bereich Optimierungen vorgenommen. Die Massnahmen umfassen optimierte Remote-Diagnose-Werkzeuge zur Unterstützung der Fernwartung, aber auch «Customer Replacement Units» (CRU). Bei Letzteren handelt es sich um Verschleissteil- und Ersatzteil-Komponenten, die so konzipiert sind, dass sie von den Anwendern mit wenigen Handgriffen selbst ausgetauscht werden können.

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