von Urs Bertschy
SharePoint Designer 2007 war unter SharePoint-Entwicklern und -Administratoren bislang ein eher wenig beliebtes Werkzeug. Das aus ursprünglich aus Microsoft Frontpage 2003 hervorgegangene Tool litt unter einer Vielzahl von teilweise erheblichen Mängeln [1]. Eines der Hauptprobleme war, dass mit SharePoint Designer gemachte Anpassungen nicht so ohne weiteres auf unterschiedlichen SharePoint-Umgebungen wiederverwendet werden konnten. Ein direktes Deployment von einer Entwicklungsumgebung auf einen Test- oder Produktionsserver war beispielsweise nicht möglich. Das bedeutete, dass man die eigenen Anpassungen direkt auf der produktiven Umgebung vornehmen musste, was in vielen Unternehmen ein absolutes Tabu ist. Dies umso mehr, als man mit dem Tool bereits mit wenigen Mausklicks eine ganze Menge Schaden anrichten konnte. Weitere Probleme waren Instabilitäten, ein für Nicht-Entwickler eher verwirrendes Interface und die mangelnde Integration mit Visual Studio.
Neu: Taskorientierte Benutzeroberfläche
Die Kritik hat sich natürlich bis nach Redmond herumgesprochen, so dass mit der kommenden Version des SharePoint Designer 2010 von Grund auf neu konzipiert wurde. Die Benutzeroberfläche wurde komplett neu gestaltet, an das alte Frontpage erinnert nichts mehr. Den Verantwortlichen bei Microsoft ist daran gelegen, dass ihre Anwender schnell und zielgerichtet auf SharePoint-Artefakte zugreifen können, ohne konkret wissen zu müssen, wo diese gespeichert sind. Dafür sorgt die neue, linkseitig angebrachte Navigationsleiste, die bisherigen Toolbox-Ansichten verdrängt. Sie bietet einen „Ohne-Umwege-Zugriff“ auf SharePoint-Artefakte wie Listen, Workflows, Content Types oder Masterseiten. Wählt man einen Menüpunkt des Navigations-Pane an, wird eine Gallery Page eingeblendet, in der alle vorhandenen Objekte (z.B. Listen und Dokumentbibliotheken) des entsprechenden Bereichs aufgelistet werden (Abbildung 1).
Abbildung 1: Das Navigations-Pane (rechts) ist nach Artefakttypen gegliedert. Alle zu einem bestimmten Typ vorhandenen Objekte werden in sogenannten Gallery Pages (rechts) aufgelistet
| Seite 1 von 4 | Nächste Seite » |
