Hannes Preishuber ist Inhaber einer Beratungs- und Schulungsfirma in Burghausen (Deutschland), die sich seit vielen Jahren auf die Microsoft-Entwicklerprodukte spezialisiert hat.
Das .NET Framework
liegt bereits in der Version 3.5 vor, obwohl es sich streng genommen um ein stark erweitertes 2.0 handelt. Der Umfang der Klassenbibliothek hat sich zwar beinahe verdoppelt. Doch der Kern und die CLR basieren, wie der -Vorgänger Visual Studio 2005, auf Version 2.0. Damit es für Entwickler nicht unübersichtlich wird und die Entscheidung für den Einsatz von VS 2008 nicht davon abhängt, welche .NET-Version unterstützt werden muss, lässt sich die Versionsnummer für jedes Projekt zwischen 2.0, 3.0 und 3.5 auswählen. Damit lässt sich erstmalig ein und dasselbe Projekt für verschiedene .NET-Versionen kompilieren. Die wichtigste Neuerung ist LINQ, das Datenabfragen in einer an SQL angelehnten Syntax für beliebige Datenquellen direkt im Quellcode erlaubt. (LINQ wurde in der Developerworl 5/2007 vom 11. Mai 2007 bereits ausführlich vorgestellt.) Zudem ist, laut Microsoft, der Datenzugriff mit LINQ auch noch rund zehn Prozent schneller. Interessanter als die Technik ist die Frage, wie LINQ in das kommende Visual Studio integriert wird. Hier spielt vor allem LINQ to SQL eine Rolle, das Entwicklern beim Zugriff auf MS SQL-Server-Datenbanken das mühselige Auscodieren von SQL- Kommandos mit SQLDataReader und SQLDataAdapter erspart. Visual Studio 2008 bietet einen visuellen LINQ to SQL-Modellierer, der die passenden Zugriffsklassen erzeugt. Diese werden in das App_code-Verzeichnis mit der Erweiterung .dbml abgelegt. Auch die beiden «Hauptsprachen» C# und Visual Basic wurden geringfügig erweitert und bieten, was den Umgang mit Typen angeht, deutlich mehr Komfort.
Wenig Neues bei ASP
.NET
Streng betrachtet gibt es bei ASP.NET kaum etwas Neues. Der grösste Vorteil für Web-Entwickler ist, dass bei VS 2008 alles vereint ist. AJAX muss nicht länger nachinstalliert werden, sondern ist im Setup enthalten. Da durch AJAX und das neue Silverlight (das in der Beta 2, die diesem Überblick zugrunde liegt, nicht enthalten war) die Nutzung von JScript deutlich zunimmt, hilft die IDE beim Kodieren mit IntelliSense und bei der Fehlersuche mit einem verbesserten Debugger. Dieser kann endlich auch JScript debuggen (einen XSLT-Debugger gab es bereits beim Vorgänger). Dank IntelliSense werden die Eigenschaften von DOM
-Elementen, wie etwa «Value» für den Inhalt eines Input-Elements, in einer Auswahlliste angeboten, was zu jenen Kleinigkeiten gehört, die sich ASP.NET-Entwickler schon lange gewünscht haben. Per [Strg]-Taste wird der IntelliSense-Dialog sogar transparent, um den dahinter liegenden Code lesen zu können. Im JScript-Code lassen sich Haltepunkte platzieren (in Abbildung 1 rot dargestellt), die zum Programmhalt führen, wenn das Projekt mit [F5] gestartet wird. Wie bei Managed-Code-Anwendungen lassen sich beim Erreichen eines Haltepunktes mit den neuen Anzeigehilfen (Visualizer) die Daten der Objekte im Detail betrachten.
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