Developerworld

Silverlight 1.1 – Start der neuen Generation

15.08.2007 | 11:02 Uhr

Mit Silverlight und Expression Blend tritt Microsoft gegen die im Web omnipräsente Flash-Technologie von Adobe an. Das Ziel: Microsoft will die vektorbasierte Windows Presentation Foundation (WPF) auch im Web verbreiten und für Entwickler von Rich Internet Applications (RIAs) sowie die Browser-Hersteller gleichermassen attraktiv machen.

Christian Wenz

Christian Wenz ist Autor mit Schwerpunkt Sicherheit und Webtechnologien. Sein aktuelles Buch ist «Programming ASPLexikon.NET AJAX» (O’Reilly). Er bloggt unter http://www.hauser-wenz.de/blog/

Silverlight 1.0 und 1.1 im direkten Vergleich.
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Silverlight 1.0 und 1.1 im direkten Vergleich.

Der Begriff des «Flash-Killers» existiert, seit die ersten Gerüchte aufkamen, Microsoft würde an einem Browser-Plugin für Vektorgrafiken und Animationen arbeiten. Denn die einst von Macromedia populär gemachte, heute zu Adobe gehörende Flash-Technologie ist im Web omnipräsent. Nicht zuletzt durch Youtube und Co hat das Browser-Plugin für Flash eine enorme Verbreitung erfahren und wird sogar als einziges Third-Party-Plugin beim Internet Explorer 6 in Windows XP mitgeliefert. Bei Designern gilt die Entwicklungsumgebung «Adobe Flash» als Standard für vektorbasierte Animationen. Mit Silverlight und Expression Blend befindet sich Microsoft somit in der ungewohnten Position, gegen eine uneinnehmbar scheinende Festung ankämpfen zu müssen.

Zwei Versionen am Start

Dabei ist Microsofts primäres Ziel allerdings nicht die Verdrängung von Flash. In erster Linie geht es den Redmondern darum, die vektorbasierte Windows Presentation Foundation (WPF) auch im Web zu verbreiten und sowohl für die Entwickler von Rich Internet Applications (RIAs) als auch die Browser-Hersteller attraktiv zu machen. Nicht umsonst hiess Silverlight früher «WPF Everywhere» (WPF/E). Allerdings hat das Bestreben, Entwicklern möglichst früh Zugriff auf alle Silverlight-Technologien zu gewähren, ein wenig die Übersichtlichkeit getrübt. So gibt es Silverlight aktuell in gleich zwei Versionen: Als Version 1.0, die bereits als Release Candidate vorliegt, und in Kürze offiziell werden wird. Und als Version 1.1, die lediglich als Alpha-Preview vorliegt. Bereits ein Vergleich der Downloadgrösse der beiden Browser-Plugins ist aufschlussreich. Version 1.1 ist etwa viermal so gross wie die 1.4 MByte schwere Version 1.0. Der Unterschied hat einen ebenso einfachen wie faszinierenden Grund: Silverlight 1.1 enthält ein portables «Mini-.NET-Framework» inklusive CLR, Klassenbibliothek und Compilern, wobei aber alles weglassen wurde, was im Rahmen einer RIA nicht benötigt wird. Auch wenn Grösse nicht alles ist, kann sie doch ein K.O.-Kriterium bei der Frage sein, ob ein Plug-In die Gnade des Anwenders findet. Der Flash-Player setzt mit etwas mehr als 1 Mbyte Grösse auch in diesem Punkt Massstäbe, an denen sich Microsoft messen lassen muss.

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