Developerworld

Expression bringt zwei Welten zusammen

15.08.2007 | 10:42 Uhr

Expression Web: Bester HTML-Editor?

HTML-Optimierung sorgt für besser strukturierte Seiten und kleinere Ladezeiten.
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HTML-Optimierung sorgt für besser strukturierte Seiten und kleinere Ladezeiten.

Expression Web übernimmt als inoffizieller Nachfolger von FrontPage 2003 auch den Ruf eines HTML-Editors, der bei den Verfechtern der reinen HTML-Lehre nicht allzu hoch im Kurs stand. Microsoft hat bereits im Vorfeld der Einführung keine Gelegenheit ausgelassen, zu betonen, dass man sich künftig streng an die offiziellen W3C-Standards halten wolle. Bei Expression Web scheint das Ziel erreicht. Es handelt sich um einen überaus komfortablen «HTML-Editor», der es auch weniger erfahrenen Anwendern und Entwicklern, die bislang keinen Kontakt mit der HTML-Welt hatten, leicht macht, Seiten zu erstellen und vorhandene Seiten an aktuelle HTML- und CSS-Standards anzupassen. Für die Seitenvorschau stehen zuvor «registrierte» Browser in den gängigen Auflösungen zur Auswahl. Eine Kompatibilitätsprüfung gibt an, inwieweit sich eine Seite an zuvor ausgewählte HTML/CSS-Standards hält oder ob sie die Mindestanforderungen an Barrierefreiheit erfüllt. Erkannte Probleme werden in einem Bericht zusammengefasst, Änderungen an Dateien protokolliert.

Der Umgang mit CSS-Formatvorlagen ist überaus komfortabel (Intellisense trägt dazu seinen Teil bei), nicht nur was das Anlegen neuer Vorlagen, sondern auch die Zuordnung zu HTML-Elementen angeht. Wird in der HMTL-Vorschau beispielsweise Text direkt formatiert, werden die Attribute nicht etwa in das HTML eingetragen. Stattdessen wird eine neue Vorlage (Style1) angelegt und über das Class-Attribut eingefügt. Sehr praktisch sind die verschiedenen CSS-Reportmöglichkeiten, die beispielsweise nicht verwendete Vorlagen oder nicht vorhandene Klassen anzeigen. Auch JavaScript wird durch Intellisense unterstützt, allerdings nicht in dem Umfang wie es beim kommenden VS 2008 der Fall ist. Jedem (HTML-) Element kann ein Verhalten (Behavior) zugeordnet werden, das zum Beispiel dazu führt, dass mit dem Anklicken des Elements ein Skript ausgeführt wird. Auf diese Weise kommen auch Anwender ohne JavaScript-Kenntnisse zu interaktiven HTML-Seiten. Wie in einem Code-Editor bietet auch der HTML-Editor Codeausschnitte, mit denen sich etwa die «lästigen» Doctype-Definitionen ein-fügen lassen.

Ein weiterer Pluspunkt von Expression Web ist die HTML-Optimierung, die beispielsweise bei grossen Seiten die Ladezeit verbessern kann, indem überflüssige Elemente entfernt werden. Sehr nützlich ist die Option, die WordMLaus einer HTML-Seite entfernt. Expression Web ist auch ein Tool für ASPLexikon.NET-Webformulare, wobei es dadurch aber zur Alternative zu Visual Studio oder Visual Web Developer wird (es gibt keinen Code-Editor und damit auch keine Codebehind-Dateien).

Sehr praktisch ist die gemischte Vorschau bei Webformularen, die es bei Visual WebDesigner nicht gibt. Expression Web präsentiert sich als moderner und überaus komfortabler HTML-Editor, der grossen Wert auf die Unterstützung von XHTMLLexikon und CSS (bis zur Version 2.1) legt und mit den Master Templates und (XML-) Datenquellen einen Komfort bieten, der nicht auf proprietären Techniken basiert. Ganz perfekt ist aber auch Expression Web noch nicht. Wird in einer HTML-Seite beispielsweise eine Grafik ausgetauscht, behält der HTML-Code die alten Grössenan-gaben bei (diese müssen manuell gelöscht werden), so dass die neue Bitmap unter Umständen in der falschen Grösse angezeigt wird. Aber das sind Details, die sich in einer 1.1-Version leicht korrigieren lassen. Wie es sich für einen Frontpage-Nachfolger gehört, wird das klassische VBA zur Automatisierung von Routineabläufen unterstützt.

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