Christian Moser ist Software Engineer bei Zühlke.
Die neue Oberfläche von Windows Vista ist nicht nur einfach zu bedienen, sie besticht auch durch ihre Ästhetik. Viele Softwarespezialisten werden Windows Vista wohl anschaffen, sobald es verfügbar ist. Unternehmen, die Software hauptsächlich anwenden, sollten die Pro und Kontras einer Umstellung jedoch sorgfältig abwägen.
Benutzeroberflächen haben in den letzten Jahren eine wahre Revolution durchgemacht. Aus grauen, anfangs noch textbasierten Eingabemasken sind im Lauf der Jahre farbige, interaktive Fenster geworden. Ein Ende der Entwicklung ist noch nicht in Sicht. Die zunehmende Leistungsfähigkeit von Hardware und Software ermöglicht immer aufwändigere Benutzeroberflächen. Die Analyse dieses Trends kann Entscheidungsgrundlagen pro oder kontra Vista liefern. Dazu ein kurzer Rückblick in die Computergeschichte:
In den Neunzigerjahren, im Zeitalter von Windows 3.1, waren die Benutzeroberflächen noch grau und funktional. Fehlende Grafik- und Rechnerleistung machten aufwändige grafische Effekte undenkbar. Immer leistungsfähigere Computer boten mehr Farben, höhere Auflösung und schnellere Grafik. Die Benutzeroberflächen wurden nicht nur farbiger, sondern auch interaktiver. Die Designer versahen Schaltflächen mit Symbolen und rückten Menü-Befehle näher zu den Objekten, um die Wege bei der Bedienung mit der Maus zu verkürzen. Die Benutzbarkeit der Software wurde damit zu einem bedeutenden Erfolgsfaktor.
Schlicht im Trend
Nachdem die Usability zu einem wichtigen Kriterium beim Design einer Benutzeroberfläche geworden ist, gewinnt nun ein zweiter Aspekt zunehmend an Bedeutung – die Ästhetik.
Unter der Ästhetik einer Benutzeroberfläche versteht man die Wahrnehmung, die sie auslöst – ob sie angenehm oder eher abstossend wirkt. Ein Anwender wünscht sich nicht eine plumpe Anordnung von Bedienel-ementen, sondern eine elegante, ansprechend gestaltete Benutzeroberfläche, die das Arbeiten angenehm macht. Eine ästhetische Benutzeroberfläche ist den Anwendern heute wichtiger, als noch vor wenigen Jahren.
Bei der ersten Betrachtung von Vista erkennt man, dass Microsoft das Bedienkonzept von Windows stark überarbeitet hat. Viele Veränderungen haben den Zweck, die Arbeit einfacher und sicherer zu machen oder die Produktivität des Benutzers zu erhöhen. Die Oberfläche ist im Gegensatz zum bisherigen Trend nicht noch farbiger, sondern schlichter und edler geworden. Die Ästhetik von Vista wurde verbessert – ein Trend, den auch andere Hersteller von Individualsoftware aufnehmen. Benutzer-oberflächen werden zwar komplexer und interaktiver; der Usability und Ästhetik wird heute aber gebührend Beachtung geschenkt.
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