Developerworld

Visual Studio: Die Stunde der Wahrheit

22.08.2006 | 11:27 Uhr

Beim Erstellen von Installations- programmen braucht es nicht unbedingt teure Profi-Werkzeuge. Mit Setup-Projekten in Visual Studio 2005 lassen sich Installations- programme ebenfalls komfortabel erstellen.

Peter Monadjemi

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Irgendwann naht die Stunde der Wahrheit. Die Anwendung, die in der IDE tadellos funktioniert, soll auf die Menschheit «losgelassen» werden und muss sich dort behaupten, wo vielleicht nur die «nackte Laufzeit» unter einer unbekannten Windows-Version zur Verfügung steht. Damit der Entwickler nicht alle zur Ausführung benötigten Dateien einzeln zusammensuchen und in ein Auslieferungsverzeichnis kopieren muss, gibt es Installationsprogramme und Werkzeuge, mit denen diese Installationsprogramme komfortabel erstellt werden. Es muss aber nicht immer eines der relativ kostspieligen Profi-Werkzeuge sein, häufig kommt man bereits mit den Bordmitteln von Visual Studio 2005 bestens aus.

Bewährte Setup-Projekte

In der Theorie verspricht .NET zwar ein XCopy-Deployment, bei der lediglich die zur Ausführung benötigten Assemblies in ein Verzeichnis auf dem Zielsystem kopiert werden müssen, doch sobald etwas mehr Komfort für den Anwender gewünscht wird und zum Beispiel Einträge im Startmenü erscheinen sollen, zusätzliche Ordner und Registry-Einträge angelegt werden müssen, reicht dieses Verfahren nicht mehr aus. Wer ein Setup-Programm benötigt, das diese und weitere Aufgaben übernehmen kann, muss sich leider mit der relativ uneinladend wirkenden Materie der Setup-Programme beschäftigen. Doch nach den ersten Gehversuchen stellt sich heraus, dass auch dieses Terrain begehbar ist und man für normale Anforderungen die Standardeinstellungen übernehmen kann.

Für das Anfertigen eines Setup-Programms bietet Visual Studio die Setup-Projekte. Ein Setup-Projekt ist ein eigenständiges Projekt, das in der IDE nachträglich zu einem Projekt hinzugefügt wird. Bei Setup-Projekten gibt es nichts zum Programmieren, alle Einstellungen werden in speziellen Editor-Fenstern getroffen, die zwar nicht gerade durch eine intuitive Benutzerführung glänzen, aber alle wichtigen Einstellungen bieten. Beim Kompilieren des Setup-Projekts entsteht eine Windows Installer-Datei (Erweiterung .Msi), die alle für die Installation benötigten Dateien enthält (mit Ausnahme der .NET-Laufzeit und anderer externer Abhängigkeiten) und an den Anwender ausgeliefert wird, der die Installer-Datei startet, um die Anwendung zu installieren. Zwei Tipps dazu: Erstens sollte das Setup-Projekt am Ende im Release-Modus kompiliert werden. Zweitens lässt sich im Eigenschaftenfenster des Projekts (nicht in den Eigenschaften) unter anderem auch der Produktname einstellen, der später im Startmenü erscheint.

Editorenvielfalt

Der Umgang mit dem Setup-Editor ist gewöhnungsbedürftig, da es keinen Assistenten gibt, der den Entwickler durch alle Schritte führt. Alle erforderlichen Einstellungen werden in den insgesamt sechs Editor-Fenstern eingestellt, die über Ansicht, Editor aufgerufen werden: Dateisystem, Registry, Dateitypen, Benutzeroberfläche, Benutzerdefinierte Aktionen und Startbedingungen. Eine kleine Verständnishürde könnte der Umstand sein, dass die Editoren stets das Zielsystem darstellen und nicht die Verhältnisse auf dem Rechner, auf dem das Setup-Projekt erstellt wird. Der Anwendungsordner ist daher jener Ordner, in dem die Anwendung auf dem Zielsystem installiert wird, der Desktop ist der Desktop des Zielsystems, die Registry ist die Registry auf dem Zielsystem und so weiter. Soll eine Datei zum Anwendungsordner hinzugefügt werden, muss diese auch im Setup-Projekt enthalten sein, denn ansonsten steht sie, während das Setup-Programm später ausführt, nicht zur Verfügung.

Dieser Artikel stammt aus der Ausgabe Computerworld 33/2006. Ausgabe bestellen

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