Stefan Heller ist Director Product Marketing Infrastructure Management bei FrontRange Solutions Deutschland
Jedes Jahr suchen nahezu 20000 behinderte Menschen und Angehörige eine der rund 50 Beratungsstellen von Pro Infirmis in der Schweiz auf. Das IT-Team der grössten Schweizer Behindertenorganisation kümmert sich um die Computer der rund 550 Mitarbeiter. Das Problem dabei: Eine historisch gewachsene, heterogene Landschaft mit unterschiedlicher Hardware sowie verschiedenen Betriebssystemversionen und Applikationen, aufgesetzt auf einer jeweils lokal verwalteten, autonomen IT-Infrastruktur mit Servern an Standorten in der ganzen Schweiz.
Diese ressourcenverschlingende Konstellation entsprach nicht mehr den Gegebenheiten der heutigen Arbeitswelt, in der nicht mehr die einzelnen Standorte im Mittelpunkt stehen, sondern die Kollaboration von übergreifenden Projektgruppen. Aufgrund der veränderten Bedürfnisse hat Pro Infirmis 2006 eine Erneuerung und gleichzeitig einen Paradigmenwechsel beschlossen. Anstelle der ausschliesslich dezentralen Organisation sollte künftig eine zentrale IT-Infrastruktur eingeführt werden – mit einer zentralen Verwaltung, einer vereinheitlichten Betriebssystem- und Applikationslandschaft sowie mit zentralisierten Daten.
Zentrale Infrastruktur
Die Umsetzung des Projekts wurde 2007 in Angriff genommen, wobei in einem ersten Schritt die zentrale Infrastruktur am Hauptsitz in Zürich aufgesetzt wurde. Aufgrund von technischen, betrieblichen und finanziellen Überlegungen entschied sich Pro Infirmis dabei für eine Infrastruktur auf Basis der Terminalserver-Lösung von Citrix. Diese umfasst 25 physische sowie 20 virtualisierte Server – aus Sicherheitsgründen verteilt auf zwei Lokalitäten und zwei getrennte WANs. In einer zweiten Phase sind sämtliche externen Standorte umgestellt, standardisiert und an die zentrale Infrastruktur angeschlossen worden. Nach rund einem halben Jahr arbeiteten alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit als Thin Clients konfigurierten PCs auf der neuen Umgebung.
Automatische Installationen
Im Rahmen des Gesamtprojekts suchte Marco Röthlisberger, Leiter Informatik bei Pro Infirmis und intern verantwortlich für die Umsetzung, auch nach einer Lösung, mit der sich die Citrix Metaframe Server bei einem Ausfall schnell und zuverlässig neu aufsetzen und konfigurieren lassen. Die Wahl fiel auf eine FrontRange-Lösung: Mit der «enteo Management Suite for Citrix Presentation Server» werden die Applikationen heute automatisch auf die neu installierte Citrix-Server-Farm verteilt.
Laut Röthlisberger ging es beim Projekt «Zentralisierung der Informatik» in erster Linie darum, mit den bestehenden Personalressourcen eine höhere Verfügbarkeit der Systeme und raschere Reaktionszeiten zu erreichen. Die Einsparung von Ressourcen wäre nicht zur Diskussion gestanden: «Wir betreuen mit vier IT-Mitarbeitern 550 IT-Arbeitsplätze an 50 Standorten, da ist kein Einsparpotenzial vorhanden».
Wenn er an die Evaluation der Software-Management-Lösung denkt, muss IT-Leiter Marco Röthlisberger ein wenig schmunzeln: «Ich gestehe, am Anfang haben wir darüber nachgedacht, die Verteilung der Software auf die Citrix-Server manuell mittels Ghost-Image-Dateien vorzunehmen, so wie wir es zuvor vom Aufsetzen der Desktops gewohnt waren. Unser Projektpartner Steffen Informatik hat uns allerdings empfohlen, diese Arbeiten zu automatisieren.»
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